Alkoholmissbrauch/-abhängigkeit

Seit vielen Jahren arbeite ich mit Menschen, für die ihr erhöhter Alkoholkonsum zum Problem geworden ist. Manchmal haben diese Klienten nach einer Trunkenheitsfahrt ihre Fahrerlaubnis verloren und wollen sich auf die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) vorbereiten. In der Therapie werden Einsichten in die Zusammenhänge und die Funktion des Trinkens für das persönliche Leben erarbeitet. Wichtig ist, dass bei Beginn und im Verlauf der Therapie grundsätzlich kein Alkohol mehr konsumiert wird

Dabei orientiere ich mich neben tiefenpsychologischen Grundannahmen an den Techniken systemischer Therapie und dem "Frankfurter Modell" (siehe Dr. Walter Schwertl in "Sucht in systemischer Perspektive", Göttingen 1998). Alkoholmissbrauch/-abhängigkeit wird nicht als "Krankheit" definiert, da diese Sicht eine Selbstwahrnehmung als "Opfer" fördern und die Übernahme von Verantwortung für das eigene Handeln behindern kann. Stattdessen wird der Mensch als prinzipiell autonomes Wesen betrachtet. Der Alkoholkonsum wird als Selbstmedikation gesehen, durch die ein System-Umwelt-Problem zu lösen versucht wird. Durch erfolgreiche Selbstmedikation lässt sich das Leiden zumindest kurzfristig reduzieren. Die versuchte Lösung kann aber letztlich ihrerseits zum Problem werden, denn der Alkoholkonsum bringt ein hohes Entgleisungsrisiko mit sich. Dieses besteht im Wesentlichen im Konsum erhöhter Mengen – auch zu soziokulturell nicht abgedeckten Anlässen. Entgleiste Selbstmedikation bringt auf Dauer Leiden an dieser Entgleisung mit sich. Es entsteht ein "prozesstypischer Ereigniskreislauf".

Ziel der Therapie ist es, die (Selbst-)Konstruktion von Leiden und die in Folge damit verbundene Selbstmedikation zu verstehen und zu unterbrechen. In den Gesprächen kann gemeinsam nach Lösungen gesucht werden, die eine Medikation überflüssig machen oder andere, weniger schädliche Formen der Linderung des Leidens erlauben.

 

 

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